Kurz vorweg: Rechnen hilft nur, wenn du immer dieselbe Zahl nimmst. Die häufigste Ursache für unsinnige Ergebnisse ist, dass jemand einmal Reichweite und einmal Aufrufe in dieselbe Spalte schreibt.
Welche Zahl du für die Rechnung brauchst
Reichweite (englisch reach) heißt: die Zahl der einzelnen Konten, die deinen Beitrag mindestens einmal gesehen haben. Jedes Konto zählt genau einmal, egal wie oft es hingeschaut hat. Davon zu trennen sind Impressionen beziehungsweise Aufrufe — die zählen jede Einblendung. Wer sich dein Reel dreimal ansieht, ist eine Reichweite, aber drei Aufrufe.
Du findest die Zahl, indem du einen Beitrag öffnest und auf die Statistik tippst. Instagram hat die Bezeichnungen in den letzten Jahren mehrfach umbenannt und teilweise zusammengelegt, deshalb sieh genau hin, was in deiner App steht. Entscheidend ist nicht das Wort, sondern ob die Zahl Konten oder Einblendungen meint. Was die einzelnen Werte bedeuten, steht ausführlich in unserem Beitrag zu Reichweite auf Instagram.
Drei Regeln, bevor du anfängst:
- Nur ein Beitragstyp pro Rechnung. Reels und Feed-Bilder erreichen unterschiedlich viele Menschen. Mischst du sie, misst du deinen Beitragsmix, nicht deine Reichweite.
- Beiträge müssen alt genug sein. Ein Beitrag von gestern hat seine Reichweite noch nicht ausgeschöpft. Nimm nichts unter sieben Tagen.
- Beworbene Beiträge extra. Wenn du Geld in die Verteilung gesteckt hast, gehört der Beitrag nicht in denselben Durchschnitt wie die unbeworbenen.
Durchschnittliche Reichweite pro Beitrag ausrechnen
Die Formel ist so einfach, wie sie aussieht:
Durchschnittliche Reichweite = Summe der Reichweiten ÷ Anzahl der Beiträge
Du schreibst die Reichweite deiner letzten zehn bis zwanzig Beiträge in eine Tabelle, addierst alles und teilst durch die Anzahl. Fertig.
Zehn Beiträge sind das Minimum. Bei weniger entscheidet ein einziger Ausreißer über das Ergebnis. Ein Reel, das plötzlich weit über deine Followerschaft hinaus lief, kann den Schnitt verdoppeln, ohne dass sich an deinem Konto etwas geändert hat.
Ein zusätzlicher Blick lohnt sich auf den Median — das ist der mittlere Wert, wenn du alle Zahlen der Größe nach sortierst. Bei zehn Beiträgen liegt er zwischen dem fünften und sechsten Wert. Der Median lässt sich von Ausreißern kaum beeindrucken. Weichen Durchschnitt und Median stark voneinander ab, weißt du: Deine Reichweite hängt an wenigen Treffern, nicht an einer stabilen Basis.
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Zum AngebotReichweitenrate im Verhältnis zu deinen Followern
Die zweite Rechnung setzt die Reichweite ins Verhältnis zu deiner Kontogröße. Sie beantwortet die Frage: Wie viele Konten erreiche ich, gemessen an denen, die mir folgen?
Reichweitenrate in Prozent = (Reichweite ÷ Followerzahl) × 100
Nimm für die Followerzahl den Stand zum Zeitpunkt des Beitrags, nicht den von heute. Bei einem wachsenden Konto verschiebt das sonst jeden alten Wert nach unten und du siehst einen Rückgang, den es nicht gibt.
Werte über 100 Prozent sind normal und kein Rechenfehler. Sie bedeuten, dass ein Teil der Reichweite von Konten kam, die dir nicht folgen — über Reels, Explore oder weil jemand deinen Beitrag weitergeschickt hat. In den Insights siehst du diese Aufteilung als Anteil von Followern und Nicht-Followern. Wenn du wissen willst, wie du diesen Anteil vergrößerst, hilft der Ratgeber zu mehr Reichweite auf Instagram.
Und eine Warnung: Die Reichweitenrate sinkt fast automatisch, je größer dein Konto wird. Nicht weil du schlechter wirst, sondern weil ein Teil deiner Follower inaktiv ist und mit jedem Monat mehr davon dazukommen. Ein Konto mit 1.000 Followern hat es hier leichter als eines mit 50.000. Vergleich dich deshalb nur mit dir selbst.
Engagement-Rate auf Basis der Reichweite
Engagement heißt: Reaktionen. Likes, Kommentare, Saves (Speicherungen) und Shares (Weiterleitungen). Die meisten Rechner im Netz teilen diese Summe durch die Followerzahl. Das ist die alte Variante und sie wird ungenauer, je mehr Reichweite von außerhalb deiner Followerschaft kommt.
Sauberer ist die Rechnung auf Basis der Reichweite:
Engagement-Rate in Prozent = (Likes + Kommentare + Saves + Shares) ÷ Reichweite × 100
Diese Zahl sagt: Von allen Konten, die den Beitrag gesehen haben, hat dieser Anteil reagiert. Das ist genau die Frage, die dich interessiert, wenn du wissen willst, ob ein Beitrag ankommt. Zwei Beiträge mit derselben Followerzahl im Rücken, aber sehr unterschiedlicher Reichweite, lassen sich so überhaupt erst vergleichen.
Kleiner Haken: Saves und Shares sind nicht bei jedem Kontotyp und jeder Beitragsart einzeln sichtbar. Nimm dann, was du bekommst, und halte fest, welche Bestandteile in deiner Formel stecken — sonst vergleichst du beim nächsten Mal Äpfel mit Birnen. Wie sich die einzelnen Reaktionen unterscheiden, steht im Ratgeber zur Engagement-Rate auf Instagram, und die Followerschaft-Variante der Formel findest du unter Engagement-Rate berechnen.
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Zum AngebotEin Beispiel Schritt für Schritt
Die folgenden Zahlen sind erfunden, damit du das Vorgehen siehst. Sie stammen nicht aus einem echten Konto und sind kein Richtwert.
Angenommen, ein Konto hat 4.000 Follower und diese zehn Feed-Beiträge aus den letzten drei Monaten:
Reichweiten: 1.200 · 980 · 1.450 · 1.100 · 6.300 · 890 · 1.050 · 1.310 · 970 · 1.150
Schritt 1 — Summe. Alle Werte addiert ergeben 16.400.
Schritt 2 — Durchschnitt. 16.400 ÷ 10 = 1.640 Konten pro Beitrag.
Schritt 3 — Median. Sortiert liegen der fünfte und sechste Wert bei 1.100 und 1.150, der Median also bei 1.125. Der Abstand zum Durchschnitt ist groß, und der Grund steht in der Liste: der eine Beitrag mit 6.300. Die realistische Erwartung für den nächsten Beitrag ist eher der Median als der Durchschnitt.
Schritt 4 — Reichweitenrate. Mit dem Median gerechnet: 1.125 ÷ 4.000 × 100 = 28,1 Prozent. Rund ein Viertel der Followerschaft sieht einen typischen Beitrag.
Schritt 5 — Engagement-Rate. Der Beitrag mit 1.150 Reichweite hatte 84 Likes, 11 Kommentare, 19 Saves und 6 Shares, zusammen 120 Reaktionen. 120 ÷ 1.150 × 100 = 10,4 Prozent.
Schritt 6 — wiederholen. Diese fünf Zahlen sind allein noch keine Aussage. Sie werden erst zu einer, wenn du in drei Monaten dieselbe Rechnung machst und beide Ergebnisse nebeneinanderlegst.
Warum Vergleichswerte fremder Konten nichts taugen
Die naheliegende nächste Frage lautet: Ist das jetzt gut? Darauf gibt es keine ehrliche Antwort von außen. Im Netz kursieren Prozentzahlen als angebliche Richtwerte, aber sie stammen meist aus Auswertungen mit unbekannter Zusammensetzung, aus einem anderen Land oder aus einem Jahr, in dem Instagram Reels noch anders verteilt hat. Wir nennen hier bewusst keine, weil wir keine belegen können.
Vier Gründe, warum ein fremder Wert dir nichts sagt:
- Andere Kontogröße. Reichweitenrate und Kontogröße hängen zusammen, wie oben beschrieben.
- Anderes Thema. Ein Rezeptkonto wird anders weitergereicht als ein Handwerksbetrieb aus einer Kleinstadt.
- Anderer Beitragsmix. Wer fast nur Reels postet, hat andere Zahlen als jemand mit Karussells.
- Andere Definition. Steckten Saves in der fremden Rechnung? Followerzahl oder Reichweite im Nenner? Ohne diese Angabe ist die Zahl nicht vergleichbar.
Der einzige belastbare Vergleich ist dein eigener Verlauf. Trag deine Werte einmal im Monat in dieselbe Tabelle ein. Nach einem halben Jahr siehst du eine Linie, und die sagt mehr als jeder Richtwert. Wenn die Linie fällt, prüfe zuerst die einfachen Dinge: Hast du seltener gepostet? Den Beitragstyp gewechselt? Auch die Einstellungen rund um die Reichweite und die Funktionsweise des Instagram Algorithmus gehören zu dieser Ursachensuche.
Eine letzte ehrliche Anmerkung zu gekauften Zahlen: Sie verändern deine Statistik, und zwar genau die Statistik, mit der du hier rechnest. Wenn du Views oder Reaktionen zukaufst, notiere dir die betroffenen Beiträge und lass sie aus dem Durchschnitt heraus. Sonst vergleichst du in drei Monaten deinen eigenen Zukauf mit deiner organischen Arbeit und ziehst daraus einen falschen Schluss.
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Zum AngebotHäufige Fragen
Wie berechne ich meine durchschnittliche Reichweite auf Instagram?
Du addierst die Reichweite deiner letzten Beiträge und teilst durch deren Anzahl. Nimm mindestens zehn Beiträge aus einem vergleichbaren Zeitraum, sonst verzerrt ein einzelner Ausreißer das Ergebnis. Wichtig: Reichweite ist die Zahl der Konten, die den Beitrag gesehen haben — nicht die Zahl der Aufrufe.
Was ist der Unterschied zwischen Reichweite und Impressionen?
Die Reichweite zählt Konten, jedes nur einmal. Impressionen zählen Einblendungen, also auch mehrfach beim selben Konto. Deshalb ist die Zahl der Impressionen fast immer höher. Für jede Rechnung, in der du Reichweite mit deiner Followerzahl vergleichst, brauchst du die Reichweite — sonst rechnest du Konten gegen Einblendungen und bekommst eine Zahl ohne Bedeutung.
Was ist eine gute Reichweite auf Instagram?
Es gibt keinen allgemein gültigen Wert, und jede genaue Prozentzahl, die dir jemand nennt, ist unbelegt. Der einzige Vergleichswert, der etwas aussagt, ist dein eigener Verlauf: dein Durchschnitt über die letzten drei Monate gegen den Durchschnitt der drei Monate davor. Alles andere hängt an Thema, Kontogröße und Beitragsart.
Warum ist meine Reichweite höher als meine Followerzahl?
Weil Instagram Beiträge auch Menschen zeigt, die dir nicht folgen — über Reels, Explore oder Weiterleitungen. In den Insights findest du dafür die Aufteilung in Follower und Nicht-Follower. Eine Reichweitenrate über 100 Prozent ist also möglich und heißt nur, dass ein großer Teil der Sichtbarkeit von außen kam.
Kann ich mit gekauften Views meine Reichweite verbessern?
Gekaufte Views erhöhen die angezeigte Zahl unter dem Beitrag. Ob das die Verteilung durch Instagram beeinflusst, lässt sich von außen nicht messen, und wir behaupten es nicht. Für deine Rechnungen ist wichtig: Eine gekaufte Zahl macht deinen Durchschnitt unbrauchbar, weil du dann Beiträge mit und ohne Zukauf mischst. Notiere dir, welche Beiträge betroffen sind, und rechne sie getrennt.