Musiker

Instagram Künstler Account erstellen: Kontotyp, Profil und die ersten Beiträge

Ein Künstler-Konto einzurichten dauert zwanzig Minuten. Die Entscheidungen darin begleiten dich Jahre: welcher Kontotyp, welche Kategorie, welcher Name, welcher Link. Hier steht, was du in welcher Reihenfolge festlegst — und was du getrost weglassen kannst.

Kurz vorweg: Einen Kontotyp namens „Künstler-Account“ gibt es auf Instagram nicht. Was Leute so nennen, ist ein professionelles Konto mit einer künstlerischen Kategorie. Das ist keine Spitzfindigkeit — es erklärt, warum du im Menü nichts findest, wenn du danach suchst.

Privat, Creator oder Business: was für Künstler passt

Instagram kennt zwei Grundformen. Ein privates Konto (persönliches Konto) ist das, womit jeder anfängt. Ein professionelles Konto gibt es in zwei Varianten: Creator und Business. Beide schalten die Statistik-Ansicht frei, beide erlauben eine Kategorie unter dem Namen, beide sind kostenlos.

KontotypPasst fürWichtigster Unterschied
PrivatFreundeskreis, Ausprobierenkeine Statistik, keine Kategorie
Creatoreinzelne Künstler, Musikerinnen, Fotografenauf Personen zugeschnitten, künstlerische Kategorien wählbar
BusinessAtelier, Label, Galerie, ShopAdresse, Öffnungszeiten und Shop-Funktionen

Für die allermeisten Künstlerinnen und Künstler ist Creator die richtige Wahl. Nimm Business nur, wenn du wirklich etwas Geschäftliches abbildest — eine Adresse, zu der Leute kommen sollen, oder einen Shop. Wenn du unsicher bist, ob das für dich zählt, hilft unser Beitrag zum Instagram Business Account beim Abwägen.

Ein Punkt, den viele erst hinterher merken: Bei professionellen Konten ist die eingebaute Musikbibliothek kleiner als bei privaten. Der Grund ist Lizenzrecht, nicht Schikane — kommerzielle Nutzung wird anders lizenziert. Wenn Musik zentral für dich ist, plane das mit ein. Wo du Titel findest, die keine Probleme machen, steht unter lizenzfreie Musik auf Instagram finden.

Wechseln kannst du jederzeit und in beide Richtungen. Es ist also keine Entscheidung fürs Leben. Trotzdem lohnt es sich, gleich richtig zu starten, weil jeder Wechsel ein kleiner Bruch im Profil ist.

Konto anlegen und Kategorie wählen

Der Weg ist kurz. Du legst ein normales Konto an und wandelst es dann um. In der App findest du das unter deinem Profil, dort im Menü über die Kontoeinstellungen und den Punkt zum Wechsel auf ein professionelles Konto. Instagram ändert die Beschriftungen im Menü regelmäßig, deshalb hier keine feste Klickfolge — such nach dem Wort „professionell“.

Die Kategorie. Beim Umwandeln fragt Instagram nach einer Kategorie. Für Künstler gibt es mehrere passende: Musiker/in, Band, Künstler/in, Fotograf/in, Autor/in und weitere. Sie erscheint als graue Zeile unter deinem Namen im Profil.

Wichtig, weil hier viel Unsinn kursiert: Diese Kategorie ist eine Beschriftung. Uns ist keine Aussage von Instagram bekannt, nach der eine bestimmte Kategorie mehr Reichweite bekommt. Wähle die, die stimmt. Du kannst sie später ändern, und du kannst sie auch ausblenden, wenn sie im Profil stört.

Verknüpfung mit einer Facebook-Seite. Instagram fragt danach. Nötig ist sie nicht. Sinnvoll wird sie erst, wenn du Werbeanzeigen schalten oder mehrere Personen Zugriff geben willst. Für den Start kannst du überspringen.

Zwei-Faktor-Anmeldung sofort. Das ist der einzige Schritt, den du nicht auf später schieben solltest. Ein Künstler-Konto ist ein Archiv deiner Arbeit und deiner Kontakte. Richte die zweite Stufe ein, bevor du den ersten Beitrag hochlädst, und hinterlege eine E-Mail-Adresse, auf die du wirklich zugreifen kannst.

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Bio, Name und Suchbegriffe richtig füllen

Dein Profil ist die einzige Seite, die jeder sieht, der dich ernsthaft prüft: ein Veranstalter, eine Galerie, eine Journalistin, ein möglicher Fan. Es soll drei Fragen in zehn Sekunden beantworten: Wer bist du, was machst du, wo sehe oder höre ich das?

Benutzername und Name sind zwei Felder. Der Benutzername mit dem @ ist deine Adresse. Kurz, sprechbar, ohne Unterstriche und Zahlen, wenn es sich vermeiden lässt — du wirst ihn auf Plakate und in E-Mails schreiben. Das Namensfeld darüber ist etwas anderes: Es wird von der Suche mitgelesen.

Nutze das. Wenn dein Künstlername „Halbmond“ lautet, steht im Namensfeld besser „Halbmond — Indie-Pop aus Leipzig“ als noch einmal nur „Halbmond“. Menschen suchen nach Kunstform, Genre und Ort, nicht nur nach Namen, die sie noch gar nicht kennen.

Die Bio. 150 Zeichen, davon werden etwa zwei Zeilen sofort gelesen, der Rest erst nach einem Tipp auf „mehr“. Die häufigste Verschwendung sind Adjektive: leidenschaftlich, authentisch, kreativ. Die sagen nichts, weil sie jeder schreibt. Konkret schlägt schön.

  • Zeile 1 — was du machst. Kunstform und Einordnung. „Linolschnitt, meist Tiere.“ „Indie-Pop, Leipzig.“
  • Zeile 2 — was gerade ansteht. Ausstellung, Release, Tour, offene Aufträge. Das ist die Zeile, die du alle paar Wochen anfasst.
  • Zeile 3 — was jemand tun soll. Ein klarer Hinweis auf den Link, nicht drei Möglichkeiten.

Emojis als Aufzählungszeichen sind in Ordnung, aber sparsam. Sie werden von Vorleseprogrammen einzeln vorgelesen, und ein Emoji-Teppich ist für blinde Nutzerinnen unbrauchbar. Mehr Beispiele und Formulierungen findest du in unseren Instagram Bio Ideen.

Das Profilbild. Es wird sehr klein angezeigt, oft als Kreis von wenigen Millimetern. Ein Gruppenfoto, ein Bandlogo mit feiner Schrift oder ein Werk mit vielen Details sind darin nicht erkennbar. Ein Gesicht oder eine einzelne kräftige Form funktioniert.

Du hast im Profil eine Stelle für Links. Wer dort hinklickt, hat eine Absicht — und die bestrafst du, wenn er auf einer Liste mit zwölf Möglichkeiten landet und wieder zurückgeht.

Zwei brauchbare Wege:

  • Direkt zum Wichtigsten. Wenn es gerade eine Sache gibt — die neue Single, die Ausstellung, den Ticketverkauf — dann führe direkt dorthin. Ein Klick, ein Ziel.
  • Eine eigene, schlichte Seite. Wenn du mehreres brauchst, bau eine kleine Seite mit höchstens drei Zielen: ansehen oder hören, kaufen oder buchen, Kontakt. Eine eigene Seite auf deiner Domain ist einer fremden Link-Sammlung vorzuziehen, weil sie dir gehört und nicht verschwindet.

Der Impressumspunkt. Sobald du auf Instagram geschäftlich auftrittst — und Kunst verkaufen, Auftritte bewerben oder Aufträge annehmen zählt dazu — greift in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine Anbieterkennzeichnung. Der übliche Weg ist ein Link im Profil auf eine Seite mit den nötigen Angaben. Das ist keine Rechtsberatung; im Zweifel frag jemanden, der das darf.

Angeheftete Beiträge. Du kannst oben im Profil bis zu drei Beiträge festpinnen. Das ist die am meisten unterschätzte Fläche eines Künstler-Kontos. Setze dorthin: deine beste Arbeit, eine kurze Vorstellung von dir, und das, was gerade ansteht. Wer neu ist, versteht dich dann in drei Kacheln.

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Die ersten neun Beiträge planen

Neun ist keine magische Zahl, sondern eine praktische: Im Profil ergibt das drei volle Reihen. Wer dein Konto öffnet, sieht eine Fläche statt einer Baustelle. Alles darunter wirkt unfertig, alles darüber ist Zugabe.

Die Mischung ist wichtiger als die Zahl. Drei Sorten sollten vorkommen:

SorteAnzahlBeispiele
Das Werk3 bis 4fertige Arbeit, sauber fotografiert oder aufgenommen
Die Entstehung3 bis 4Skizze, Proberaum, Zwischenstand, Verworfenes
Du selbst1 bis 2kurze Vorstellung, Arbeitsplatz, Gesicht

Der mittlere Block ist der, den die meisten weglassen — und genau der zieht. Ein fertiges Werk ist ein Ergebnis. Menschen folgen aber selten einem Ergebnis, sie folgen einem Weg dorthin. Ein Video, das zeigt, wie eine Linie entsteht oder wie ein Takt gebaut wird, hält deutlich zuverlässiger an als das polierte Endbild. Das kostet dich nichts extra, weil du ohnehin dabei bist.

Reels sind der einzige Weg zu Fremden. Instagram hat öffentlich beschrieben, dass Reels und Explore überwiegend Inhalte von Konten zeigen, denen man noch nicht folgt, während Feed und Stories fast nur das bestehende Publikum erreichen. Für ein neues Konto heißt das: Mindestens die Hälfte deiner ersten neun Beiträge sollten kurze Videos sein. Wie die Sortierung dahinter funktioniert, steht in unserem Beitrag zum Instagram Algorithmus.

Beste Stelle zuerst. Kein Vorlauf, kein „Hi Leute“. Die Sekunde, für die das Video existiert, gehört an den Anfang. Bei Musik ist das fast nie der Songanfang.

Stumm verständlich. Viele sehen dein Video zuerst ohne Ton. Text im Bild, eine erkennbare Handlung oder Untertitel — irgendetwas muss ohne Lautsprecher funktionieren.

Wenn du all das für Musik durchdenken willst, findest du die ausführliche Fassung unter Instagram für Musiker, und wie du eine einzelne Veröffentlichung begleitest, steht unter Musik promoten.

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Was du nach vier Wochen prüfst

Vier Wochen sind der erste sinnvolle Zeitpunkt. Vorher ist alles Rauschen: Ein einzelner Beitrag sagt nichts, und neue Konten haben oft lange flache Strecken und dann plötzlich ein Video, das läuft.

Drei Zahlen aus der Statistik-Ansicht sind für ein Künstler-Konto tatsächlich brauchbar:

ZahlWas sie beantwortet
Anteil Nicht-FollowerErreicht dieser Beitrag neue Leute — oder nur die, die schon da sind?
Wiedergabedauer zur VideolängeTrägt der Ausschnitt, den du gewählt hast?
Speicherungen und WeiterleitungenWill jemand die Arbeit wiederfinden oder sie jemandem zeigen?

Die dritte Zeile ist die ehrlichste. Ein Like kostet einen Doppeltipp. Eine Weiterleitung heißt, dass jemand beim Ansehen an eine bestimmte Person gedacht hat.

Prüfe außerdem zwei Dinge außerhalb der Zahlen. Erstens: Öffne dein eigenes Profil in einem abgemeldeten Browser und lies es wie ein Fremder. Verstehst du in zehn Sekunden, was hier passiert? Zweitens: Klicke deinen eigenen Link an. Erstaunlich oft führt er nach vier Wochen ins Leere, weil eine Ausstellung vorbei ist oder eine Seite umgezogen wurde.

Was du nach vier Wochen nicht tun solltest: den Kontotyp wechseln, den Benutzernamen ändern oder alles löschen und neu anfangen. Das sind die drei Reflexe bei Ungeduld, und keiner davon behebt das eigentliche Problem, das fast immer beim Material liegt.

Zur Followerzahl noch ein nüchterner Satz. Sie ist die Zahl, an der neue Konten am meisten hängen, und die mit der geringsten Aussagekraft. Ein Konto mit 2.000 Leuten, die zuhören, füllt eine Vernissage eher als eines mit 20.000, die nie wieder auftauchen. Wenn du überlegst, mit gekauften Zahlen nachzuhelfen: Wir liefern die bestellte Menge und sagen bewusst nicht mehr zu. Ob und wie Instagram darauf reagiert, lässt sich von außen nicht messen. Was das kostet und wie die Pakete aussehen, steht in der Übersicht der Preise.

Häufige Fragen

Gibt es auf Instagram einen eigenen Künstler-Account?

Nicht als eigenen Kontotyp. Es gibt private Konten und professionelle Konten, und professionelle Konten tragen eine Kategorie. Unter diesen Kategorien stehen auch künstlerische wie „Musiker/in“, „Band“ oder „Künstler/in“. Der Künstler-Account ist also ein professionelles Konto mit passender Beschriftung, kein separates Produkt.

Creator-Konto oder Business-Konto für Künstler?

Für die meisten Künstlerinnen und Künstler passt das Creator-Konto. Es ist auf Einzelpersonen zugeschnitten und lässt Kategorien wie „Musiker/in“ zu. Ein Business-Konto lohnt sich, wenn du wirklich ein Geschäft betreibst, also Adresse, Öffnungszeiten oder einen Shop brauchst. Ein Reichweiten-Unterschied zwischen beiden ist uns nicht bekannt.

Was gehört in den Namen und was in den Benutzernamen?

Der Benutzername mit dem @ ist deine Adresse und sollte kurz und ohne Zahlenanhängsel sein. Das Namensfeld darüber wird von der Suche mitgelesen. Dort gehört dein Künstlername plus ein knapper Zusatz, nach dem Menschen tatsächlich suchen, etwa Kunstform, Genre und Stadt.

Wie viele Beiträge sollte ich vor dem Start haben?

Neun sind eine gute Marke, weil das im Profil drei volle Reihen ergibt. Wer dein Profil öffnet, sieht dann sofort, worum es geht, statt auf eine halbleere Fläche zu schauen. Wichtiger als die Zahl ist die Mischung: Werk, Entstehung und du selbst sollten alle vorkommen.

Bringen gekaufte Aufrufe einem neuen Künstler-Konto etwas?

Wir liefern die bestellte Zahl, mehr sagen wir dazu nicht zu. Ob und wie Instagram darauf reagiert, lässt sich von außen nicht messen, und wir behaupten es nicht. Ein Startwert unter einem Beitrag kann eine leere Fläche weniger leer aussehen lassen. Die Arbeit an Werk, Profil und Beitrag nimmt er dir nicht ab.

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