Gastronomie

Gastronomie Marketing: wie du Instagram für deinen Betrieb einsetzt

Ein Lokal hat kein Marketing-Team. Es hat eine Küche, einen Dienstplan und Abende, an denen nichts nach Plan läuft. Dieser Beitrag beschreibt deshalb keinen Kampagnenplan, sondern einen Ablauf, der neben dem Service tatsächlich funktioniert.

Kurz vorweg: Für ein Lokal ist Reichweite an sich wertlos. Wertvoll ist Reichweite bei Menschen, die in absehbarer Zeit an deiner Tür vorbeikommen. Alles in diesem Beitrag richtet sich danach aus.

Gastronomie Marketing in einem Satz

Gastronomie Marketing heißt: dafür sorgen, dass Leute in deiner Nähe wissen, dass es dich gibt, eine ungefähre Vorstellung davon haben, wie es bei dir ist — und im richtigen Moment an dich denken. Der richtige Moment ist meistens sehr kurz: Jemand steht um 12:40 Uhr auf der Straße und entscheidet in zwei Minuten, wo gegessen wird.

Daraus folgt eine unbequeme Reihenfolge. Bevor du über Beiträge nachdenkst, müssen die langweiligen Dinge stimmen: Adresse, Öffnungszeiten, Telefonnummer, Speisekarte, ein Weg zur Reservierung. Ein hübscher Beitrag, der jemanden auf ein Profil ohne Öffnungszeiten führt, hat den Gast verloren, den er gerade gewonnen hat.

Wie du das Profil dafür aufsetzt — Standort, Kategorie, Aktionsschaltfläche —, steht im Hauptbeitrag zum Thema: Lokales Marketing mit Instagram. Dieser Beitrag hier setzt danach an und beschäftigt sich mit dem Alltag.

Budget und Zeit realistisch planen

Die häufigste Ursache dafür, dass ein Gastro-Account einschläft, ist kein Ideenmangel. Es ist ein Zeitplan, den niemand aufgestellt hat. „Wir machen das nebenbei" heißt in der Praxis: Es macht die Person, die gerade am wenigsten zu tun hat, und die gibt es nicht.

Setze deshalb zuerst die Zeit an, dann die Inhalte. Ein Rahmen, der bei den meisten Betrieben hält:

BlockWannDauer
Material sammelnwährend einer ruhigen Schichtca. 45 Minuten
Schreiben und einplanenfester Wochentag, vormittagsca. 30 Minuten
Antwortentäglich, nach dem Mittagsgeschäft5 bis 10 Minuten

Beim Geld gilt dasselbe: erst festlegen, was übrig ist, dann entscheiden, wofür. Sinnvolle Posten in der Reihenfolge ihrer Wirkung sind meistens ein Stativ und ein kleines Licht für die Küche, eine Planungs-App, und erst danach bezahlte Werbung. Wer mit bezahlter Werbung anfängt, bevor das Profil steht, bezahlt für Besuche auf einer Seite, die noch nichts erklärt.

Wenn du Werbung schaltest, halte sie klein und eng auf die Umgebung begrenzt. Wie das geht, steht in Instagram Werbung schalten.

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Wer im Team was übernimmt

Es gibt genau eine Aufteilung, die auf Dauer funktioniert: Eine Person entscheidet und veröffentlicht. Alle anderen liefern zu.

Zuliefern heißt: Wer etwas Sehenswertes sieht, macht ein Bild oder ein Video von fünf Sekunden und schickt es in einen gemeinsamen Ordner oder Gruppenchat. Der Koch filmt die neue Vorspeise beim Anrichten, der Service fotografiert die volle Terrasse, die Küchenhilfe den Lieferanten mit den Kisten. Niemand von ihnen muss überlegen, ob das ein guter Beitrag wird — das entscheidet die eine zuständige Person später.

Drei Dinge gehören schriftlich festgehalten, sonst gibt es irgendwann Ärger:

  • Wer darf im Bild sein. Frag deine Leute vorher, ob sie gezeigt werden wollen, und akzeptiere ein Nein ohne Diskussion. Gäste im Hintergrund sind heikel — bei erkennbaren Gesichtern lieber nachfragen oder anders schneiden.
  • Wem der Zugang gehört. Das Konto gehört dem Betrieb, nicht der Person, die es gerade führt. Zugangsdaten liegen bei der Inhaberin oder dem Inhaber, mit Zwei-Faktor-Anmeldung (zusätzlicher Code beim Einloggen) auf einem Gerät, das im Haus bleibt.
  • Was nicht gepostet wird. Kein Streit mit Gästen, keine Krankmeldungen, keine Preisdiskussionen. Eine halbe Seite reicht.

Für die Trennung von privat und geschäftlich brauchst du ein Unternehmenskonto — der Weg dahin steht in Instagram Business Account.

Der Wochenplan für Beiträge

Drei feste Beiträge pro Woche sind ein Rhythmus, den fast jeder Betrieb schafft. Häufiger zu posten ist kein eigenes Ranking-Signal bei Instagram — es sind schlicht mehr Versuche. Ein Plan, den du ein halbes Jahr durchhältst, ist mehr wert als einer, der nach drei Wochen abbricht.

Ein Raster, das du direkt übernehmen kannst:

TagFormatInhalt
MontagBeitragWas diese Woche neu auf der Karte steht
MittwochReelEin Gericht beim Entstehen, 10 bis 20 Sekunden
FreitagBeitrag oder KarussellWochenende: Öffnungszeiten, freie Tische, Ausblick
LaufendStoriesTagesgericht, ausverkauft, Wetter auf der Terrasse

Die Stories sind dabei der Teil, der wirklich zieht, weil sie den heutigen Zustand zeigen. Ein Beitrag sagt „so ist es bei uns", eine Story sagt „so ist es bei uns gerade jetzt" — und genau das entscheidet über den Weg zum Mittagessen. Ideen dafür sammelst du in Instagram Story Ideen.

Plane die drei Beiträge im Voraus ein, statt sie spontan zu veröffentlichen. Das nimmt den Druck aus dem Tag und sorgt dafür, dass auch eine chaotische Woche nicht gleich eine Lücke reißt — siehe Instagram Beiträge planen.

Mitarbeiter zeigen statt Stockfotos

Gekaufte Bilder von fremden Tellern sind die schlechteste Wahl, die ein Lokal treffen kann. Sie zeigen Essen, das es bei dir nicht gibt, in einem Raum, der nicht deiner ist. Wer daraufhin kommt, wird enttäuscht — und wer die Bilder als Stockfotos erkennt, kommt gar nicht erst.

Was stattdessen funktioniert, sind Menschen und Handgriffe:

  • Hände bei der Arbeit. Teig, Messer, Pfanne, Zapfhahn. Bewegung hält den Blick länger fest als ein fertiger Teller.
  • Gesichter aus dem Team. Wer heute in der Küche steht, wer den Kaffee macht. Das ist für Stammgäste der Grund, überhaupt zu folgen.
  • Der Raum, wie er ist. Auch mit abgenutztem Tresen. Wiedererkennbarkeit ist wichtiger als Makellosigkeit.
  • Lieferanten und Zutaten. Woher das Fleisch kommt, wer den Käse bringt. Das erzählt in einem Bild mehr über deinen Betrieb als drei Absätze Text.

Zur Technik: Tageslicht von der Seite, das Handy leicht über dem Teller, kein Blitz. Mehr braucht es nicht. Wenn du beim Nachbearbeiten unsicher bist, halte dich zurück — kräftig nachgeschärfte Farben lassen Essen unecht wirken. Eine ruhige Hand hilft mehr als jeder Filter, dazu Instagram Bilder bearbeiten.

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Saison, Karte und Aktionen bespielen

Der große Vorteil der Gastronomie gegenüber fast allen anderen Branchen: Du hast eingebaute Anlässe. Die Karte wechselt, die Jahreszeit wechselt, Feiertage kommen zuverlässig. Du musst dir nichts ausdenken, du musst nur mitschreiben.

Leg dir einmal im Jahr eine simple Liste an: alle Termine, an denen bei dir etwas anders ist. Spargelzeit, Weihnachtsfeiern, Muttertag, Public Viewing, Betriebsferien, der Tag, an dem die Terrasse zum ersten Mal aufmacht. Zu jedem Termin gehört ein Vorlauf — Weihnachtsfeiern werden im Oktober gebucht, nicht im Dezember.

Zwei Regeln, die dabei Geld sparen:

  1. Ankündigen, dann erinnern, dann zeigen. Dreimal derselbe Anlass, drei verschiedene Beiträge. Die meisten Leute sehen ohnehin nur einen davon.
  2. Nur ankündigen, was du auch lieferst. Eine Aktion, die am Abend ausverkauft ist, ohne dass es jemand sagt, produziert enttäuschte Gäste. Eine Story mit „für heute leider leer" kostet dich nichts und rettet den Ruf.

Für die Anlässe, bei denen dir nichts einfällt, hilft eine Ideensammlung als Ausgangspunkt: Instagram Post Ideen.

Zusammenarbeit mit Betrieben in der Nähe

Der am stärksten unterschätzte Hebel für ein Lokal sitzt in der eigenen Straße. Die Buchhandlung zwei Türen weiter, das Fitnessstudio um die Ecke, der Friseur gegenüber: Diese Betriebe haben genau die Follower, die du willst — Menschen, die regelmäßig in deinem Viertel sind.

Was praktisch geht:

  • Gemeinsame Beiträge. Instagram erlaubt es, einen Beitrag zu zweit zu veröffentlichen; er erscheint dann in beiden Profilen. Das ist die einfachste Form der Zusammenarbeit und kostet nichts.
  • Gegenseitig erwähnen. Der Kaffee kommt von der Rösterei nebenan? Verlinke sie. In den meisten Fällen kommt eine Erwähnung zurück.
  • Ein gemeinsamer Anlass. Ein Straßenfest, ein Feierabend-Angebot für die Angestellten der Firma im gleichen Haus, eine Lesung mit dem Buchladen.

Von Reichweiten-Aktionen mit fremden Konten aus ganz Deutschland rate ich dagegen ab. Ein Gewinnspiel, das tausend Menschen anzieht, die 400 Kilometer entfernt wohnen, füllt keinen Tisch — es füllt nur eine Zahl. Wer allgemein an mehr Sichtbarkeit in der Umgebung arbeiten will, findet die Grundlagen in Instagram Reichweite erhöhen.

Kommentare und Nachrichten beantworten

Hier entscheidet sich mehr als bei jedem Beitrag. Eine Nachricht im Posteingang ist meistens ein Gast, der kurz davor ist zu reservieren — und der die Frage sonst dem nächsten Lokal stellt.

Ein paar Punkte, die im Betrieb wirklich zählen:

  • Antwortzeit schlägt Formulierung. „Ja, für 19 Uhr ist frei" nach zehn Minuten ist besser als ein perfekter Satz nach zwei Tagen.
  • Feste Antworten vorbereiten. Öffnungszeiten, Parken, Hunde, Allergien, Gruppengrößen. Instagram erlaubt gespeicherte Schnellantworten — richte fünf davon ein.
  • Kritik öffentlich, ruhig und kurz. Bedanken, Fehler benennen, Klärung in eine private Nachricht verlegen. Keine Rechtfertigung im Kommentarstrang. Wer mitliest, achtet auf den Ton, nicht auf den Sachverhalt.
  • Auf jedes Lob antworten. Und zwar mit einem Wort mehr als „danke". Das kostet Sekunden und stärkt genau die Beziehung, aus der Stammgäste entstehen.

Ein ehrlicher Hinweis zum Schluss dieses Abschnitts: Eine kleine Followerzahl kann bei einem neuen Lokal abschreckend wirken, weil Leute daraus auf den Betrieb schließen. Ein Startwert kann diesen ersten Eindruck glätten. Was er nicht kann, ist Gäste bringen — gekaufte Follower reservieren nicht, essen nicht und empfehlen dich nicht weiter. Sieh das als Kosmetik am Profil und nicht als Marketingmaßnahme, und lies vorher Erfahrungen mit dem Follower-Kauf. Die Pakete und was sie enthalten, siehst du auf der Preisübersicht.

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Checkliste zum Abhaken

Einmal einrichten:

  1. Unternehmenskonto eingerichtet, Kategorie und Standort gesetzt.
  2. Öffnungszeiten, Telefonnummer und Reservierungsweg im Profil hinterlegt.
  3. Speisekarte verlinkt oder als Highlight abgelegt.
  4. Eine Person als zuständig benannt, Zugangsdaten beim Inhaber.
  5. Einverständnis des Teams für Bilder geklärt.
  6. Fünf Schnellantworten für häufige Fragen gespeichert.
  7. Jahresliste mit Anlässen und Vorlaufzeiten angelegt.

Jede Woche:

  1. Material aus dem gemeinsamen Ordner sichten.
  2. Drei Beiträge schreiben und einplanen.
  3. Stories an den Tagen, an denen etwas los ist.
  4. Nachrichten und Kommentare täglich abarbeiten.
  5. Einmal im Monat in die Statistik sehen: Kommen die Profilaufrufe aus deiner Stadt?

Wenn nur ein Punkt aus dieser Liste übrig bleiben darf, dann der vorletzte. Antworten kostet weniger Zeit als alles andere und wirkt am schnellsten.

Häufige Fragen

Wie viel Zeit kostet Instagram für ein Lokal pro Woche?

Plane zwei feste Blöcke: einen von etwa 45 Minuten zum Aufnehmen von Bildern und kurzen Videos, und einen von etwa 30 Minuten zum Schreiben und Einplanen. Dazu kommen ein paar Minuten am Tag für Kommentare und Nachrichten. Weniger geht, mehr ist bei laufendem Betrieb selten realistisch. Wichtiger als die Menge ist, dass die Blöcke im Dienstplan stehen und nicht zwischen zwei Schichten verschwinden.

Wer im Team sollte den Instagram-Account führen?

Eine Person entscheidet und veröffentlicht, alle anderen dürfen zuliefern. Das ist die einzige Aufteilung, die auf Dauer hält. Wenn drei Leute Zugriff haben und niemand zuständig ist, passiert entweder nichts oder es passiert dreimal dasselbe. Sammle Material über einen gemeinsamen Ordner oder einen Gruppenchat und lass eine Person daraus die Woche bauen.

Wie oft sollte ein Restaurant auf Instagram posten?

Drei feste Beiträge pro Woche plus Stories an den Tagen, an denen ohnehin etwas los ist, sind ein Rhythmus, den die meisten Betriebe durchhalten. Häufigkeit ist kein eigenes Ranking-Signal bei Instagram — mehr Beiträge bedeuten nur mehr Versuche. Ein Plan, den du sechs Monate lang schaffst, schlägt einen, der nach drei Wochen abbricht.

Braucht ein Lokal professionelle Fotos?

Für die Speisekarte und die Website lohnt sich ein Fototermin. Für Instagram nicht zwingend. Bilder vom Handy am Fenster, mit Tageslicht von der Seite, funktionieren im Alltag besser, weil sie nach deinem Laden aussehen und nicht nach einer Anzeige. Gekaufte Stockfotos von fremden Tellern sind die schlechteste Variante: Sie zeigen Essen, das es bei dir nicht gibt.

Bringen gekaufte Follower einem Restaurant neue Gäste?

Nein, und wir behaupten das auch nicht. Ein gekaufter Follower kommt nicht zum Essen, reserviert nicht und empfiehlt dich nicht weiter. Was eine höhere Zahl verändern kann, ist der erste Eindruck bei jemandem, der dein Profil zum ersten Mal sieht — mehr nicht. Ob und wie Instagram das intern bewertet, lässt sich von außen nicht messen, und wir behaupten dazu nichts.

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